Robert Koch-Institut – Akzeptanz des Seuchenmanagements während biologischer Gefahrenlagen

Informationsstelle des Bundes für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene (IBBS) | Robert Koch-Institut Harald Striegl, Gerald Meilicke und Julia Sasse

Akzeptanzstudie

Die Wirksamkeit von seuchenhygienischen Maßnahmen hängt von der Akzeptanz dieser Maßnahmen in der Bevölkerung ab. Werden sie nicht angenommen, können sie die gewünschte Wirkung nicht optimal entfalten.

Akzeptanz beschreibt hier die positive Einstellung der Betroffenen gegenüber einer seuchenhygienischen Maßnahme während einer biologischen Gefahrenlage, die zu einem entsprechend positiven Verhalten führt.

Ziel der Akzeptanzstudie war es, Seuchenmanagement-Konzepte für biologische Gefahrenlagen auf ihre Wirkung in der Bevölkerung des Ruhrgebiet zu untersuchen. Es wurden Kriterien identifiziert, die eine hohe Relevanz für die Einstellung der Betroffenen gegenüber einer seuchenhygienischen Maßnahme besitzen.

Die Ergebnisse der Studie bilden eine gute Grundlage für die zuständigen Behörden und Akteure, um die Planung für das Bewältigen biologischer Gefahrenlagen zu verbessern.

Studienaufbau

studienaufbau

Fundament der Akzeptanzstudie – Das Szenario “Die Pest im Ruhrgebiet”

fundament

Betrachtete seuchenhygienische Maßnahmen

massnahmen

Kernstück der Akzeptanzstudie – Quantitative Befragung

kernstueck

Ausgewählte Daten der quantitativen Studie – Akzeptanz von seuchenhygienische Maßnahmen

quantitativeStudie

Konfliktpotenziale bei seuchenhygienische Maßnahmen

  • Die Mehrheit der Teilnehmenden akzeptiert Maßnahmen, die stark in das Privatleben eingreifen. Es verbleibt jedoch eine Gruppe von Personen, die diese Maßnahmen nicht akzeptieren.
  • Das Vertrauen in die Gesundheitsämter ist bei allen Maßnahmen groß, obgleich nicht davon ausgegangen wird, während einer Quarantäne durch die Gesundheitsämter unterstützt zu werden.
  • Die Bereitschaft in einer Quarantäne-Situation andere zu unterstützen ist groß, der direkte Kontakt mit potentiell Infizierten wird aber skeptisch betrachtet.
  • Mit zunehmender Dauer sinkt die Bereitschaft Quarantänemaßnahmen einzuhalten signifikant.
  • Viele Teilnehmende erwarten bei einer Nichteinhaltung der Maßnahmen keine negativen Folgen. Quarantäne-maßnahmen sind jedoch gesetzlich verpflichtend – mit all den damit verbundenen Konsequenzen und Strafen.
  • Eine prophylaktische Einnahme von Antibiotika auch über einen relativ kurzen Zeitraum, wird als Maßnahme nicht sicher von den Teilnehmenden akzeptiert (z.B. Aufgrund von Nebenwirkungen etc.).

Handlungsmöglichkeiten zur Akzeptanzbildung

Ziel ist es, das Bewusstsein für seuchenhygienische Maßnahmen zu erhöhen und gleichzeitig die spürbaren Konsequenzen einer Einschränkung des Privatlebens bestmöglich abzumildern.

INFORMATION… fördert die Transparenz einer seuchenhygienischen Maßnahme. Sie ist trotz fehlender aktiver Beteiligung seitens der Betroffenen grundsätzlich am wichtigsten, um Akzeptanz für eine Maßnahme zu erreichen.

KOMMUNIKATION… bereits im Vorfeld, führt bei einer biologischen Gefahrenlage dazu, die Bereitschaft zur Umsetzung einer Maßnahme zu erhöhen und fördert deren Akzeptanz.

PARTIZIPATION… als Möglichkeit an einer Maßnahme mitzuwirken ist ein Mittel, um die Akzeptanz von Maßnahmen zu erhöhen. Sie schafft ein Verständnis für Vorteile von Maßnahmen, auch wenn sie möglicherweise als ungerecht empfunden werden.

EIGENVERANTWORTLICHES HANDELN… ist eine direkte Beteiligungsmöglichkeit der Betroffenen an der seuchenhygienischen Maßnahme (z.B. im privaten Umfeld).

Kontakt

Dr. Harald Striegl
— Projektleitung —

Tel.: (030) 18754 3282
E-Mail: StrieglH@rki.de

Website Robert Koch-Institut (www.rki.de)


Adresse

Robert Koch-Institut
Informationsstelle des Bundes für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene
Seestraße 10
13353 Berlin