Hochschule Hamm-Lippstadt – Soziale Kollaboration

Das Interkom Kommunikationskonzept

Konzept

In Krisensituationen ist neben der objektiven Sicherheitseinschätzung, anhand derer eine Situation als Krise klassifiziert wird (K), das subjektive (Un-)Sicherheitsgefühl (U) der Bevölkerung ein wichtiger Parameter. Eine Kombination dieser beiden Einflußfaktoren, jeweils in binärer Ausprägung, führt zu einer Entscheidungsmatrix (UK-Matrix) mit vier Feldern [1]. Für jedes dieser Felder lassen sich Normstrategien für die Krisenkommunikation und zugehörige technologische Kommunikationslösungen festlegen.

Die Einschätzung, ob es sich bei einer Situation um eine Krise handelt, kann von Experten vorgenommen werden und resultiert in der Einberufung eines Krisenstabs. Um das subjektive (Un-)Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu messen, wurde ein Krisenbarometer [2] erforscht, welches mittels einer passive Messung in Sozialen Medien einen aggregierten Wert für das subjektive (Un-)Sicherheitsgefühl in einer für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) nutzbaren Form bereitstellt.

Um die Normstrategien der UK-Matrix umzusetzen wurde einerseits ein Leitfaden für die Nutzung Sozialer Medien erstellt, um bestehende Technologien adäquat zu nutzen und andererseits ein Demonstrator für die InterkomApp [3] erforscht, um einen zusätzlichen Kommunikationskanal zu schaffen. Dies ermöglicht es, ergänzend zur klassischen Krisenkommunikation auch neue Medien zu nutzen.

übersicht

Mensch-zentriertes Design von interaktiven Systemen

Interaktive Systeme für den Einsatz der BOS

Das Mensch-zentrierte Design ermöglicht die Entwicklung von gebrauchstauglichen und benutzerfreundlichen interaktiven Systemen für entsprechende Zielgruppen. Der Gestaltungsprozess fokussiert sich auf die Bedürfnisse der Menschen und entwickelt ein tiefergehendes Verständnis für deren Umwelt. Durch eine iterative Vorgehensweise erfolgt so eine schrittweise Annäherung an die aus Anwendersicht optimale technische Lösung.

interaktivenSystemen_01

Das Social Media Krisenbarometer für BOS

Workshops und Studie

Der Grundgedanke des Krisenbarometers geht davon aus, dass die Nutzer von Social Media viele ihrer alltäglichen Handlungen in den Netzwerken kommunizieren. Diese Inhalte liefern dadurch einen indirekten Indikator für die Bevölkerungsstimmung. Mithilfe von iterativen Workshops konnte gezeigt werden, dass diese Bevölkerungsstimmung auch als Indikator für das Sicherheitsgefühl der
Bevölkerung in Form eines Krisenbarometers genutzt werden kann [4].
Zur effizienten Interpretation des Krisenbarometers lassen sich die Daten und Inhalte aus den Social Media in Form von Berichten auslesen, sodass ein zeitlicher Verlauf der Stimmung der Bürger messbar wird. Zudem erleichtert eine geographische Zuordnung des Sicherheitsgefühls die Krisenkommunikation, indem gezielt Maßnahmen zur Aufklärung der Bevölkerung eingesetzt werden können.

krisenbarometer

Die InterkomApp zur Krisenkommunikation

InterkomApp

Quellen

[1] K. Rother, I. Karl, und S. Nestler, „Ein konzeptuelles Modell für Kommunikationsstrategien in Krisen basierend auf dem subjektiven Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung“, in
Mensch und Computer 2016 – Workshopband, Aachen, 2016.
[2] K. Rother, I. Karl, und S. Nestler, „Ein Konzept für die Klassifizierung subjektiver Sicherheit in Tweets“, in Mensch und Computer 2016 – Workshopband, Aachen, 2016.
[3] I. Karl, K. Rother, und S. Nestler, „Crisis-Related Apps: Assistance for Critical and Emergency Situations“, IJISCRAM, Bd. 7, Nr. 2, S. 19–35, Apr. 2015.
[4] K. Rother, I. Karl, und S. Nestler, „Ein Konzept für die Klassifizierung subjektiver Sicherheit in Tweets“, in Mensch und Computer 2016 – Workshopband, Aachen, 2016.

Kontakt

Prof. Dr. Simon Nestler
— Projektleiter —

Telefon +49 (0)2381 8789 822
simon.nestler@hshl.de

Lehrgebiete
Mensch-Computer-Interaktion
Angewandte Informatik

Inga Karl
— Wissenschaftliche Mitarbeiterin —
Telefon +49 (0)2381 8789 911
inga.karl@hshl.de
Kristian Rother
— Wissenschaftlicher Mitarbeiter —
Telefon +49 (0)2381 8789 912
kristian.rother@hshl.de

Website www.hshl.de


Adresse

Hochschule Hamm-Lippstadt
Marker Allee 76-78
59063 Hamm